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Weblog der Grünen Leopoldstadt

Keine Autos am Wochenende im Prater!

21 Kommentare

Übersehen kann man dieses Fahrverbot kaum – aber absichtlich ignorieren

Übersehen kann man dieses Fahrverbot kaum – aber absichtlich ignorieren

Seit vielen Jahren gilt im Straßenzug Stadionallee/Meiereistraße (Querung der Prater Hauptallee) an Wochenenden ein Fahrverbot für Autos und Motorräder (ausgenommen Linienbusse und Taxis). Und das ist gut so. Unter der Woche ist diese Straßenverbindung ein beliebter Schleichweg für viele AutofahrerInnen. Zeitweise schien die Kreuzung Stadionallee/Hauptallee sogar als gefährlichste Unfallhäufungsstelle in der Leopoldstädter Unfallstatistik auf.

Aber zumindest an Wochenenden soll der Prater ganz den Erholungssuchenden gehören. Ohne Gefährdung durch querende Autos sollen JoggerInnen, RadfahrerInnen und SpaziergängerInnen die Hauptallee genießen können.

Doch leider wurden letztes Jahr die beiden Halbschranken in der Stadionallee und in der Meiereistraße entfernt. Seither ignorieren ganz viele AutofahrerInnen das immer noch gültige Fahrverbot am Wochenende.

Die Polizei kommt mit dem Strafen nicht nach

Die Polizei kommt mit dem Strafen nicht nach (Artikel in der Krone)

Seither steht an ganz vielen Wochenenden die Polizei dort, hält unablässig illegal durchfahrende Autos auf und stellt Strafzettel aus. Doch das beeindruckt viele AutofahrerInnen nur wenig, sie missachten das Fahrverbot weiterhin und gefährden die Erholungsuchenden. Eigentlich unglaublich, aber Tatsache.

Daher haben wir bereits im März 2012 in einem Antrag die Wiedererrichtung der Schranken gefordert. Doch die Bezirksvorstehung hat das abgelehnt. Sie argumentiert damit, dass die Schranken immer wieder von Vandalen zerstört wurden und die Reparatur so teuer wäre. Wir glauben nicht, dass das wirklich so oft vorkommen würde. Wir wissen nur, dass die Schrankenlösung funktioniert hat. Einen gleichwertigen Ersatz dafür gibt es bisher noch nicht. Deshalb fordern wir weiterhin die Halbschranken – oder eine andere funktionierende Maßnahme, die die Einhaltung des Fahrverbots wirkungsvoll unterstützt.

Petition für einen Schranken

Wir freuen uns jedenfalls darüber, dass inzwischen auch ein Bürger der Leopoldstadt initiativ geworden ist und per Internet Unterschriften für eine Petition für neue Schranken sammelt.  Erreicht die Petition 500 Unterschriften, so wird sie im neu geschaffenen Petitionsausschuss des Gemeinderats behandelt.

Anrainer startet Petition (Artikel in der bz)

Anrainer startet Petition (Artikel in der bz)

Wir hoffen sehr, dass diese Petition die Suche nach einer Lösung für dieses Problem entscheidend beschleunigen wird.

Wolfgang

21 Kommentare zu “Keine Autos am Wochenende im Prater!

  1. Ob ein Schranken die Lösung wäre wag ich zu bezweifeln. Da die Busse zum Glück auch an Wochenenden fahren kämen wohl nur Halbschranken in Frage, die von den meisten Schleichwegnutzern umfahren werden. Eine Kontrolle der Stadionallee durch die Polizei dürfte aufgrund des neuen Prostitutionsgesetzes und die bald erfolgende Einschränkung des erlaubten Bereiches und der damit verbundenen Bindung beträchtlicher Resourcen kaum in nennenswerten Umfang erfolgen.
    Eine sichere Maßnahme gegen die Schleichwegnutzer wäre eine Section Control bei der dann die Strafverfügungen gleich automatisch zugestellt werden können, samt Beweisfoto und gleichzeitig könnten auch überhöhte Geschwindigkeiten erfasst und die Lenker mit Strafzetteln bedacht werden.

    • Zu den Schranken (eigentlich Halbschranken, ja) möchte ich anmerken, dass sie vorher funktioniert haben. Also warum sollten sie jetzt keine abschreckende Wirkung mehr haben.

      Vom Prinzip her spricht natürlich auch nichts gegen ein Modell à la section control. Allerdings fürchte ich, dass das viel teurer käme als 2 Schranken. Und wenn der Bezirk die Schranken schon aus Kostengründen ablehnt, warum sollte er dann das teurere System section control zahlen wollen?

      • Bei einer Section Controll kämen ohne viel Aufwand Strafgelder herein und es bedürfte keiner Kontrolle durch de Polizei, bei der durch das neue Prostitutionsgesetz groß Kräfte gebunden werden (je 50 Mann hoch bei Kontrollen von Laufhäusern, 30 Mann bei Kontrollen im Stuwerviertel). Selbstverständlich müsste bei eiern Section Control z.B. die Stadt erheblich mitzahlen, bekäme aber als Straßenerhalter erhebliche Strafgelder. Derzeit kann man sagen dass das neue Prostitutionsgesetz , das letztlich auf Betreiben von Heuchlern beschlossen wurde, die z.B. ins Stuwerviertel in Kenntnis, dass es dort Prostitution gibt hingezogen sind, und plötzlich einen „Moralischen“ bekamen, disziplinlose Autofahrer vor Strafverfolgung schützt.

  2. Ich bin ganz bei Euch – ob Schranke oder Section Control besser ist, kann ich nicht beurteilen…
    Vielleicht kurzfristig: Ein Umkehren der Vorrang-Situation. Hätten RadfahrerInnen, FußgängerInnen in der Hauptallee Vorrang, müssten die Autos – möglicherweise endlos – warten und das würde vielleicht dem einen oder anderen die Lust am Schleichweg nehmen!

    • Nun ja, eine Bevorrangung in gewissem Sinne ist ohnehin durch die Zebrastreifen gegeben, dies mindert aber leider die Lust am Schleichweg in keiner Weise.

      • Na ja, durch die Zebrastreifen haben zwar die FußgängerInnen am Rande der Hauptallee Vorrang – zumindest theoretisch.
        Aber wer auf der Hauptfahrbahn der Hauptallee geht oder fährt hat immer noch Nachrang. Das würden wir schon gerne ändern.

        • ich wäre deshalb dafür:
          Vorrang für die Prater Hauptallee.
          Stopptafeln in der Stadionallee und der Meiereistraße!

          würde auch die Buslinie nicht behindern, da sowieso an beiden Seiten der 77A seine Station hat.

    • Das haben wir auch schon versucht. Aber das scheitert am Veto der Wiener Linien, weil dort der Bus 77A fährt.

      • Der 77A ist ein für die Bewohner des Messe-Stadiongebietes sehr wichtige Verbindung zur U3
        Als wirklich abschreckende Lösung dürfte daher nur eine Section Control bleiben, bzw.Kameras, die alle an den Wochenenden in die Sperrzone einfahrende Autos aufnimmt und automatisch eine Strafverfügung auslöst. Nur auf diese Weise kann auf eine Überwachung durch die Polizei verzichtet werden, die adere Aufgaben hat, wie z.B. statt die Geschwindigkeiten auf den Hauptstraßen zu überprüfen, lieber das Prostitutionsgesetz extrem gut kontrolliert. Bekanntlich ist ja der Anblick eine Sexworkerin schwerstens gesundheitsschädlich, ja beinahe tödlich, wogegen der übermäßige Verkehrslärm ja durchaus gesund ist (sehr dumme Menschen wie diverse Mandatare der SPÖVPFP glauben ja noch immer, dass es möglich ist, sich an Lärm zu gewöhnen). Dass bereits bei ab einem Dauerschallpegel von 65dB das Risiko Herz-Kreislauferkrankungen, einschließlich Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erleiden um 20% erhöht ist und an den Hauptstraßen das zwei- bis dreifache dieses Lärmwertes gegeben sind, wird als unbedeutend zur Site geschoben. Die Gesundheit der Anrainer der Hauptstraßen bedeutet der SPÖVPFP einfach nichts, trotz eindeutiger gesetzlicher Vorgaben wie §43 Abs. 2 StVO und VfGH Entscheidungen, die den Vorrang der Interessen der Anrainer vor den Verkehrsinteressen normieren.

        • Es spricht ja auch überhaupt nichts dagegen, dass der 77A dort fährt, auch wenn die Hauptallee Vorrang bekommen sollte. Vor der Kreuzung ist von beiden Seiten eine Haltestelle, da ist der Bus auf der Kreuzung eh noch recht langsam unterwegs. Und außerdem verhalten sich die meisten BusfahrerInnen dort eh so, als ob sie Nachrang hätten und lassen die LäuferInnen und RadfahrerInnen meistens passieren.
          Viele AutofahrerInnen, die es aber immer sehr eilig haben, bestehen jedoch auf ihren Vorrang. Das erzeugt manchmal brenzlige Situationen und in der Vergangenheit auch einige Unfälle.

          • An sich müssten alle Autos, auch der 77A aufgrund der Zebrastreifen sic der Kreuzung entsprechend vorsichtig, bzw. bremsbereit nähern.
            Mein Hinweis auf den 77A war nicht so gemeint, als befürchtete ich, dass diese eingestellt werden sollte.
            Vielleicht kann man den Wr. Linien klar machen, dass die Busse eben aufgrund der Zebrastreifen dort quasi Nachrang haben und sie daher durch die Zustimmung zu einer Bevorrangung der Hauptallee und Kennzeichnung durch entsprechende Verkehrsschilder kaum etwas verlieren würden.

          • Das Problem dürfte sein, dass die Leopoldstadt nicht eine Bezirksvorstehung wie Fr Kaufmann in Mariahilf hat, die es durchgesetzt hat, dass der 13A, also mit einer auf die Wr. Linien lautenden Konzession durch eine Tempo 30 Zone (Amerlingstrasse) fährt.
            Gegenüber diesem Krafftakt wäre eine Bevorrangung der Hauptallee, d.h. die Erreichung der Zustimmung der Wr. Linien, eigentlich eine kleine Fingerübung. Allerdings müssten Wir eine BEzirksvorsteher haben, der über ein entsprechendes Durchsetzungsvermögen verfügt.

  3. Lokalaugenschein am Samstag, 1.6.2013 um 13h, 2 Polizeibeamte hatte alle Hände voll zu tun.
    Die Polizeibeamten verteilte reihenweise Strafmandate, die Autos standen regelrecht, sowohl in der Stadionallee, als auch von der Meiereistraße in der Warteschlange.

    Siehe Bilder: http://www.flickr.com/photos/leopoldstadt/8946661084/

    Innerhalb von 20 min. wurden jede Menge an Strafmandaten und Anzeigen verteilt. Es wurde auch jene AutofahrerInnen angezeigt, die bei der Hauptallee schnell umkehrten. Anzeigen gab es u.a. auch, da AutofahrerInnen, trotz Handzeichen der Polizeibeamten, nicht stehenblieben.

    Zu den Autokennzeichen: ca. 80% aus Wien, ca. 18% nicht Wiener, davon, ca. 2% mit nicht österreichischen Kennzeichen!

    Von Montag – Freitag (ohne Feiertag und ohne Veranstaltungen) gilt ja die Stadionallee und die Meiereistraße als der Schleichweg mit der Höllengefährdung für die Prater Hauptallee!

    Und an jeden Wochenende, an jeden Feiertag das gleiche Bild…….

  4. Eine solche Aktion ist sicher sehr zu begrüßen, allein sie bindet Polizeikräfte und bei den Schleichwegnutzern bleibt die relativ gut begründete Hoffnung nicht erwischt zu werden, da eben solche Aktionen nicht an jedem Wochenende stattfinden.
    Kameras, die alle an Wochenenden in die Verbotszone einfahrenden Autos erfassen und eine automatische Anzeige auslösen, würden keinen Spielraum für eine Hoffnung auf nicht erwischt werden lassen.

    • Das Absurde daran ist ja, dass die Polizei wirklich fast jedes Wochenende dort steht und kassiert und kassiert. Aber das beeindruckt viele AutofahrerInnen dennoch nicht, ich versteh das nicht.
      Eben, weil die Polizei nicht rund um die Uhr dort stehen kann, muss es andere Lösungen geben, die permanent wirken.

  5. Genau aus dem Grund die Hoffnung auf „nicht erwischt werden“ zu zerstören schlage ich eine automatische Erfassung und automatische Zustellung von Anzeigen vor.

  6. Liebe Leute, ich würde es sehr begrüßen wenn es Schranken gäbe und ich würde sicher nicht drumherum fahren. Ich komme aus NÖ (Gegend Alland) und bringe meinen Sohn öfter zum Trainieren ins Stadionbad. Heute ausnahmsweise mal am Sonntag, weil er früh ein Wasserballmatch hatte. Gewohnheitsmäßig bin ich durch den Prater gefahren wie immer. Dass die Straße gesperrt ist habe ich weder gewusst noch bermerkt. Am Rückweg vom Stadionparkplatz hat sich dann ein Radler bei der Kreuzung zur Hauptalle vor mein Auto gestellt. Ich wusste nicht was er will und bin dann vorsichtig um ihn herumgefahren. Darauf wurde er so wütend dass er dem Kotflügel, als ich langsham hinter ihm vorbei fuhr, einen heftigen Tritt verpasst hat. (Der hat jetzt eine Delle.) Ich bin erschrocken und einfach weitergefahren weil ich Angts hatte was der sonst noch machen könnte.
    Warum das ganze passiert ist wurde mir erst klar als ich mit einem Freund darüber gesprochen habe, der wusste über das Fahrverbot Bescheid. Also einen Schranken kann man nicht übersehen. So wie die Diskussion hier verlaufen ist halte ich es aber auch für möglich, dass der Schranken nicht mehr aufgestellt wird weil es dann erheblich weniger Einnahmen durch Verkehrsstrafen gäbe.

    • Hallo Christian!

      Ich bin selber schon ein paar Mal dort gewesen und habe Autofahrer aufgehalten und auf das Fahrverbot aufmerksam gemacht. Meistens meinten sie, sie hätten das nicht gewusst und kein Schild gesehen. Weiß nicht, ob das stimmt, wird aber sicher auch öfters vorkommen.

      Aber Selbstjustiz ist natürlich überhaupt nicht in Ordnung und ein Schwachsinn. Tut mir leid, wenn es schon so weit kommt. Wir bleiben jedenfalls dran, damit es hier bald zu einer wirkungsvollen Lösung kommt.

      Deine Theorie mit den Einnahmen teile ich nicht, weil die Einnahmen der Strafgebühren in das Bundesbudget fließen. Davon sehen weder Stadt noch Bezirk einen Cent. Die wären aber zuständig für die Errichtung des Schrankens.

  7. Hallo Wolfgang, ich habe nicht gewusst, dass die Strafen ins Bundesbudget fließen. Das ist wenig sinnvoll, denn wenn es irgendwo lokale Probleme gibt dann sollten die Einnahmen ja auch dazu verwendet werden können, diese Probleme lokal zu lösen. Es ist mir aber auch unverständlich, dass es trotz den aktuellen Initiativen für den Wiener Radverkehr mit den Schranken nicht klappt. Im Verhältnis zu anderen Maßnahmen können die doch nicht sooo viel kosten. Ich halte Euch die Daumen dass ihr das doch irgendwann durchbringen werdet. Für meinen Teil habe ich meine Lektion gelernt, ich war einfach zu entspannt an diesem Morgen. Ich bin ja selbst begeisterter Radfahrer, bei uns draußen, aber an diesem Morgen halt im Auto und es war gerade ein klassisches Konzert im Radio….sicher wäre das ganze besser verlaufen, wenn ich mit dem Radler geredet hätte. Also, die Delle ist auszuhalten 🙂
    lg chris

    • Ja, das liegt eben an den Kompetenzen. Die Bundespolizei überwacht und straft. Und deshalb kassiert dann auch der Bund. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so einfach zu ändern wäre.

      • An sich könnte die Gemeinde Wien eine Verkehrsüberwachungstruppe aufstellen (Stadtpolizei) die mit der gesamten StVO belent werden lönnte und nicht nur den rúhenden Verkehr sondern auch den fließenden Verkehr überwachen önnte und auch selbst Strafen im Rahmen der StVO verhängen könnte. Eine solche Truppe wäre wohl selbsterhaltend, da für die Überwachungsleistung ein Anteil der Strafen (vermutlich 10%) einbhalten werden könnte.

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